
‚Raps giftig für Hunde‘- Fehlinformation laut Tiergiftexperte
Während wir uns der Rapssaison nähern, in der die wunderschönen gelben Blüten weite Teile unserer Landschaft in ein grünes und goldenes Bild verwandeln, häufen sich die Meldungen, dass Raps hochgiftig für Hunde ist – von Beiträgen in den sozialen Medien bis hin zur Presse. Man muss nur in den letzten Jahren um diese Zeit im Mai zurückgehen, um diese Geschichten in Country Living, Eastern Daily Press, Devon Live, Surrey Live, Birmingham Live und Liverpool Echo zu finden.
Unter Hundebesitzern sind natürlich Bedenken über die potenziellen Gefahren von Rapsblüten aufgekommen, die besonders deutlich werden, wenn sie über soziale Medienplattformen verbreitet werden. Der Veterinary Poisons Information Service (VPIS), der sich seit 1992 mit Daten über Tiergifte befasst, hat diese Bedenken bezüglich der Toxizität von Raps aufgegriffen. Raps ist an seinen leuchtend gelben Blüten zu erkennen und wird hauptsächlich wegen seiner ölhaltigen Samen angebaut, die Erucasäure enthalten.
In Online-Diskussionen wurde behauptet, dass Raps extrem giftig für Hunde sei und möglicherweise schwere gesundheitliche Probleme wie hämolytische Anämie, Blindheit, Schädigungen des Nervensystems, Verdauungsprobleme und Komplikationen der Atemwege verursachen könne. Der VPIS hat diese Behauptungen jedoch als übertrieben entlarvt und klargestellt, dass bei einigen Hunden nach dem Verzehr der Pflanze zwar leichte Magen-Darm-Beschwerden oder Hautreaktionen auftreten können, schwerwiegende Auswirkungen jedoch im Allgemeinen nicht zu beobachten sind.
Nicola Robinson BSc MA VetMB MRCVS, Head of Service bei VPIS, betont, dass die in den sozialen Medien geäußerte Warnung vor der Toxizität von Raps größtenteils auf Fehlinformationen beruht. Sie weist darauf hin, dass die Symptome, die in den sozialen Medien häufig mit einer Rapsvergiftung in Verbindung gebracht werden, nur bei Weidetieren typisch sind und die meisten Hunde keine Symptome zeigen, nachdem sie mit Raps in Kontakt gekommen sind. Nur in seltenen Fällen leiden Hunde an Magen-Darm-Beschwerden oder Hautreaktionen, die Verbrennungen imitieren könnten.
Ein Sprecher von Dogs Trust erwähnte außerdem, dass die Aufnahme von Raps bei Hunden zwar zu Erbrechen, Durchfall und Bauchbeschwerden führen kann, diese Symptome aber in der Regel mild sind. Sie fügte hinzu, dass Berichte über Hautverbrennungen selten sind und typischerweise auftreten, wenn ein Hund durch Rapsfelder läuft. Die Reaktion kann zwar manchmal schwerwiegend sein, kommt aber nicht häufig vor.
Hundebesitzern wird geraten, nicht übermäßig besorgt zu sein, sondern wachsam zu bleiben. Wenn Sie sich Sorgen machen, dass Ihr Hund Raps verschluckt hat, sollten Sie einen Tierarzt aufs uchen.
Dieselbe Fehlinformation umgibt auch die Frage, ob Rapsöl für Hunde sicher ist. Untersuchungen haben gezeigt, dass es nicht nur sicher, sondern sogar sehr gesund ist, wenn es Teil einer vollständigen und ausgewogenen Ernährung für Hunde ist.
Genießen Sie also zu dieser Jahreszeit mit Ihrem Hund die herrlichen grünen und goldenen Aussichten in der Gewissheit, dass Raps nicht so giftig ist, wie man uns glauben machen will.
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