
Die Umweltauswirkungen der Produktion von Tieren zur Fütterung von Hunden, Katzen und ihren Besitzern
Es ist kein Geheimnis, dass die Viehwirtschaft unsere Umwelt erheblich beeinflusst, und die Umweltauswirkungen von Hunde- und Katzenfutter sowie menschlicher Nahrung sind beträchtlich. Studien haben immer wieder gezeigt, dass dieser Sektor für einen beachtlichen Teil – 20% – aller vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist[3]. Darüber hinaus hat der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change) im Jahr 2023 den dringenden Handlungsbedarf unterstrichen, indem er betonte, dass der Klimawandel eine erhebliche Bedrohung für unsere Welt darstellt[105]. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, brachte es auf den Punkt, indem er sagte, dass der Bedarf an Klimaschutzmaßnahmen dringend und umfassend ist[106]. Eine gemeinsame Lösung, die häufig vorgeschlagen wurde, ist die Umstellung auf eine pflanzliche Ernährung[5, 6]. Die meisten dieser Empfehlungen richten sich zwar an Menschen, aber es gibt eine bedeutende, oft übersehene Bevölkerungsgruppe, die ebenfalls viel Fleisch konsumiert: unsere Haustiere.
Hunde und Katzen, die geliebten Mitglieder vieler Haushalte weltweit, sind bedeutende Fleischkonsumenten. Interessanterweise beträgt die Zahl dieser domestizierten Tiere weltweit etwa 10% der menschlichen Bevölkerung, und dabei sind die Streuner oder die ohne Besitzer lebenden Tiere noch nicht einmal berücksichtigt. Lange Zeit glaubten viele, dass diese Haustiere mit einer pflanzlichen Ernährung nicht überleben, geschweige denn gedeihen könnten. Dieser Glaube könnte eine Rolle dabei gespielt haben, dass es keinen substantiellen Dialog über die Ernährungsgewohnheiten dieser Tiere gab. Neuere Forschungen zeichnen jedoch ein anderes Bild. Mehrere Studien haben ergeben, dass Hunde[16-24] und Katzen[23, 25-27] mit einer ausgewogenen veganen Ernährung gesund bleiben können, ohne dass ihr Verhalten oder ihr Wohlbefinden beeinträchtigt werden[28].
Schauen wir uns einige Zahlen an, um eine Perspektive zu erhalten:
Im Jahr 2020 lebten in den USA schätzungsweise 86 Millionen Hunde, 61 Millionen Katzen und 329 Millionen Menschen. Weltweit lagen die Schätzungen für 2018 bei 471 Millionen Hunden, 600 -1000 Millionen Katzen (die Zahlen für Katzen stammen von der World Animal Foundation) und unglaublichen 7,68 Milliarden Menschen. Basierend auf den Verbrauchsgewohnheiten innerhalb der USA verzehrten Hunde 17,7 % der durchschnittlichen Nutztiere, Katzen 2,3 % und Menschen, wenig überraschend, mit 80,0 % den Löwenanteil. Die weltweiten Zahlen waren etwas anders, mit Hunden bei 7,7%, Katzen bei 1,2% und Menschen bei 91,1%. Diese Unterschiede, insbesondere der höhere Konsum von Haustieren in den USA, können auf den Wohlstand des Landes und den damit verbundenen höheren Anteil an Haustierbesitzern zurückgeführt werden.
Wenn wir all diese Gruppen auf eine ausgewogene vegane Ernährung umstellen würden, könnten wir jährlich Milliarden von Nutztieren retten, sowohl auf dem Land als auch im Wasser. Hier ist ein Schnappschuss:
- In den USA: 1,7 Milliarden durch Hunde, 0,2 Milliarden durch Katzen und 7,8 Milliarden durch Menschen gerettet.
- Weltweit: 6,0 Milliarden bei Hunden, 0,9 Milliarden bei Katzen und satte 71,3 Milliarden bei Menschen.
Die Vorteile dieser Ernährungsumstellung für die Umwelt sind enorm. Die Umstellung auf eine pflanzliche Ernährung würde zum Beispiel Landflächen in der Größe von Saudi-Arabien (für Hunde) oder Japan (für Katzen) freisetzen. Menschen, die sich vegan ernähren, könnten eine Landmasse freisetzen, die der von Russland, dem größten Land der Welt, und Indien entspricht. Auch die Wassereinsparungen wären enorm und würden die erneuerbaren Süßwasserressourcen ganzer Nationen übersteigen. Außerdem wäre die Reduzierung der Treibhausgasemissionen vergleichbar mit den Gesamtemissionen von Ländern wie Südafrika (für Hunde) oder Neuseeland (für Katzen) und sogar ganzen Regionen wie der EU (für Menschen).
Darüber hinaus wäre die Energieeinsparung bei Lebensmitteln durch eine solche Umstellung so groß, dass die Menge, die durch die Umstellung von Hunden, Katzen und Menschen auf eine vegane Ernährung eingespart wird, die Bevölkerung der gesamten Europäischen Union, Frankreichs oder Großbritanniens und jeder Nation oder Region nach der Definition der Weltbank ernähren könnte[79].
Während die potenziellen Vorteile einer veganen Ernährung für Menschen kolossal sind, sollten wir die Auswirkungen der Ernährung unserer Haustiere auf die Umwelt nicht unterschätzen. Vor allem in wohlhabenden Regionen wie den USA können die potenziellen Umwelteinsparungen durch die Umstellung von Hunden auf eine vegane Ernährung bis zu einem Drittel derjenigen von Menschen betragen. Da sich immer mehr Länder wirtschaftlich entwickeln und der Besitz von Haustieren immer weiter verbreitet wird, ist zu erwarten, dass diese Zahlen noch steigen werden. Daher kann ein Umdenken bei der Ernährung unserer Haustiere ein entscheidender Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft sein.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Umweltbelastung durch die Viehzucht zwar beträchtlich ist, eine Umstellung auf eine pflanzliche Ernährung für Menschen und Haustiere jedoch eine vielversprechende Lösung darstellt. Da sich unser Verständnis von Ernährung weiterentwickelt, ist es klar, dass eine vegane Ernährung nicht nur für uns, sondern auch für unsere pelzigen Freunde von Vorteil sein kann.
Dies ist eine Zusammenfassung der ursprünglichen Forschungsstudie von Professor Dr. Andrew Knight,‚The relative benefits for environmental sustainability of vegan diet for dogs, cats and people‚, die im Oktober 2023 veröffentlicht wurde.
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